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HAHN - ein Dorf im Hunsrück HAHN - ein Dorf im Hunsrück HAHN - ein Dorf im Hunsrück
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Sie sind hier: Gemeinde > Simultankirche 06.09.2010 - 14:51 Uhr  
SimultankircheSimultankirche

Kurzinfo:
Simultankirche seit dem 17.05.1689 - Schutzpatron ist der hl. Abt Antonius der Große - Erbaut auf einer römischen Ansiedlung - Turmbau um 1370 als Schutzturm -Turmbau,1516 Umbau v. Langhaus und Chor
zum heutigen Erscheinungsbild. Ein dreischiffiges Gebäude war vorher schon vorhanden. Umfangreicher Umbau und Renovierung um 1720 - 1748 mit Einbau des Tonnengewölbes. Letzte große Außenrenovierung 2008/9.
Der Altar von 1748 steht auf einer spätgotischen Altarmensa (~1450) - die Kanzel wurde um 1730 aufgestellt.
Fischblasenmaßwerkfenster sind spätgotisch (~1450) - Sakramentsschrein in der Chorwand ebenfalls spätgotisch - im Turm zwei Glocken aus Bronze - die Ältere aus dem Jahre 1489, Gewicht: 200 kg, Ton: A - die Jüngere aus dem Jahre 1895, wurde aus einer zweiten Glocke von 1489 die um 1890 gerissen war, umgegossen. Gewicht: 225 kg, Ton: Dis - Bau der Friedhofsmauer um 1850 - Pflanzung der Ahornbaumgruppe um 1851 - Aufstellung des Kriegerdenkmals 1923 - Bau der Leichenhalle 1974 - Einbau der Läuteautomatik 1994 - Einbau der abendlichen Außenbeleuchtung 1998.
Kirche ist Kulturdenkmal seit dem 17.Juli 1980 - Baumgruppe ist Naturdenkmal seit dem 13. Okt.1981.

Weitere Infos und Führungen bei:
Dieter Ochs-Wedertz
Am Moselweg 16 
Telefon: 06543 / 980452                                                Stand: 17.11.09

Links zur Simultankirche:
- Kirchengemeinde Würrich
- Kath. Gemeinde Sohren
- Unsere Kirche bei Wikipedia


Neuere Erkenntnisse:
Die wahrscheinlich kleinste aber am idyllischsten gelegene Simultankirche steht in Hahn/Hunsrück, zugehörig zum Kirchenkreis Simmern-Trarbach. Sie besitzt, neben dem Wetzlarer Dom das zweitälteste Simultaneum in unserer Rheinischen Landeskirche. Es wurde am 17.Mai 1689 eingeführt.
Die Kirche liegt etwas abseits des Ortes in einem kleinen Wiesental, durch das der heutige Willwersbach (früher Wolbers- oder Wulpersbach, mit der Bedeutung von Waldbach) fließt. In einer Karte von 1741 (LHAK Best 702 Nr. 332) lag der Ortskern zu beiden Seiten des Moselweges (vorgeschichtlicher Weg von Sohren zur Mosel/Briedel). Die Fläche des heutigen Unterdorfes war nicht bebaut. Zwischen Kirche und Ort war also eine große Lücke.
Vermutlich auf einer römischen Ansiedlung entstand um 1370 als erstes der Turm. Er diente den Menschen als Schutz und Fluchtturm. Darauf deuten die schießschartenähnlichen Spalten im bis zu 1 Meter dicken Mauerwerk hin. Der Eingang zum Turm lag in ca. 5 Metern Höhe, ist heute mit 12cm dicken Bimssteinen zugemauert aber noch im Turm erhalten und nur durch das kleine Türchen über der Empore vom Langhaus zu erkennen. Im Turminneren befanden sich 4 Stockwerke mit Holzböden und die Wände waren verputzt.

Während der letzten Aussenrenovierung 2008/9 gab es sensationelle Ergebnisse in Bezug auf das Alter des Langhauses. Holzuntersuchungen ergaben ein Baudatum des Daches um 1516. Was den baulichen Verlauf wie folgt darstellen könnte:

Das Langhaus könnte wegen seiner Länge von nur 9,35m und einer ungewöhnlichen Breite von 7,60m, sowie den zugemauerten Rundbogenarkaden auf der Nordseite, aus einer Zusammenfassung  von mittel -und südlichem Seitenschiff einer kleinen romanischen Basilika entstanden sein. Was eine Entstehung vor dem 14.Jahrh. möglich macht. Um 1516 erfolgte dann ein Umbau zum heutigen Erscheinungsbild und 1742 der Einbau des Tonnengewölbes unter das bestehende Dach.

Nach neuesten Erkenntnissen  ist unsere Kirche auch auf  Grund des Simultaneums bundesweit eine Seltenheit.
Werner Henke hat in seinem Buch  „Wohngemeinschaften unter deutschen Kirchendächern – Die simultanen Kirchenverhältnisse in Deutschland, eine Bestandsaufnahme“ alle Simultankirchen Deutschlands zusammen gestellt. Danach gibt es noch 64 Kirchen dieser Art, die aber sehr unterschiedlich in ihrer simultanen Zusammenstellung sind. Einige sind durch Mauern getrennt, andere haben nur einen Eigentümer und bei einigen hat nur z. B der Kirchturm das Simultaneum.
Unter den Vorgaben : nicht räumlich getrennt, je zur Hälfte ev. und kath, Simultaneum auf gesamter Kirche, besitzt die Hahner Kirche das 15 älteste Simultaneum in ganz Deutschland.
Nehmen wir zu den o.a. Vorgaben noch die Größe als Hauptmerkmal dazu, so hat Hahn
die dritt kleinste Simultankirche in ganz Deutschland.
Also alles in Allem, ein Kleinod auf dem Hunsrück, das es zu erhalten gilt.

Der Schutzpatron der Simultankirche ist Antonius der Große, auch Antonius der Eremit genannt, geboren 251/252 in Mittelägypten, gestorben 356 n.Chr.
„Damit sie alle eins seien“ mit diesen Worten aus Joh 17,21 wird der Besucher an unserer Infotafel vor der Kirche begrüßt. Gebaut und aufgestellt von Karl-Heinz Schell im Jahre 2000. Finanziert von Freiwilliger Feuerwehr und Ortsgemeinde.
„Damit sie alle eins seien“, das war zwar nicht immer so, doch die letzten Jahrzehnte sind wir einen guten Weg gegangen, den es heißt weiter zu gehen. Damit auch in Zukunft „alle eins sind“.

Erste Erwähnung:
Die Gemeinde Hahn gehörte seit alters her zur Pflege und Pfarrei Sohren, eingegliedert in das Amt Kirchberg, der vorderen Grafschaft Sponheim.
Am 14. April 1439 übertrugen die Grafen von Sponheim zu Kreuznach und zu Starkenburg ihr Patronsrecht an das Kameliterkloster zu Kreuznach, dem die Pfarrei Sohren durch Erzbischhof Dietrich von Mainz im Auftrage der Kirchenversammlung zu Basel am 22.Jan. 1448 inkorporiert (unterstellt) wurde.
Von der Filiale Hahn hören wir das erste Mal im Jahre 1508. In der Abschrift einer Urkunde heißt es unter anderem:
“..in der Pastorien Soren ligt ein abgeschieden Pfar zum Hanns genant, der Besitzer heißt Johannes von Briedel, der Gifter ist der Prior.” (BAT 71, 66Nr.8, S.7 und Chronik Sohren S. 76)

Erläuterung der Beschreibung von Dr. Baumgarten:
Vor der Reformation wurden die Pfarrstellen von den jeweiligen Inhabern mehr als Einkommensquelle angesehen, ohne das man selbst den Dienst des Pfarrers versehen hätte. Vielmehr vergab man die einzelnen Pfarrstellen an „Leutpriester“, oft Laien, die vor Ort die Pfarrdienste versahen und vom Inhaber der Pfarrpfründe mehr schlecht als recht bezahlt wurden. Innerhalb der Pfarrei Sohren war die Pfarr zum Hane eine solche Unterpfarrstelle, die 1508 von einem Johannes von Briedel versehen wurde. Dieser Johannes hat die Messe gelesen, getauft, Tauungen vorgenommen, beerdigt usw.
Gifter ist ein altes Wort für Kollator. Die Karmeliter-Priore von Kreuznach waren die „offiziellen“ Pfarrer der Pfarrstelle Sohren, aber auch gleichzeitig die Kollatoren, das heißt, sie zogen die Kirchengefälle (Zinsen) ein.

Aufgrund dieser Quellelage feierte die Gemeinde im Jahre 2008 „500 Jahre Filialkirche Hahn“
(Text und Foto: DOW  17.11.09)

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